Natur und Mensch brauchen Bienen

Bienen sorgen seit Jahrmillionen für den Erhalt vieler Blütenpflanzen, indem sie bei ihren Sammelflügen Blütenstaub zur Narbe der Blüte bringen und so deren Art erhalten. Als Gegenleistung bietet die Pflanze Nahrung (Nektar und Pollen) für die Bienen. Nicht nur landwirtschaftliche Kulturen sind zum reichlichen Ertrag auf Bienenflug angewiesen, sondern auch Wildpflanzen. Mit Sicherheit würde sich das bunte Bild unserer Heimat noch weiter verändern, gäbe es keine Bienen mehr. Weil auch die Honigbienen ohne den Imker in unserer ausgeräumten Flur nicht mehr existieren können, sind die Imker echte Naturschützer und - erhalter. Wir reden nicht von Naturerhaltung, sondern leisten einen aktiven Beitrag zu dieser wichtigen Überlebensfrage.

Diese Erkenntnis berechtigt Forderungen an die Gesellschaft zu stellen. Erste zaghafte Anfänge mit der Unterstützung von Neu- und Jungimkern und Blühstreifenprorammen zur Verbesserung der Bienenernährung im Sommer zeichnen sich ab, sind aber noch lange nicht genug um dauerhaft die Bienenhaltung auf das für die Bestäubung notwendige Maß zu halten.

Für ein Glas Honig (500 g) sind rund 5 Millionen Blütenbesuche erforderlich. Eine Biene müsste viermal um die Erde fliegen um ein Glas Honig zu füllen. Dabei schleppt eine Biene bei jedem Ausflug bis zu einem Drittel ihres eigenen Körpergewichtes an Nektar zur Behausung zurück. Ein Kg Honig ist das Lebenswerk von 350 bis 400 Honigbienen. Wo sich eine ergiebige Futterquelle befindet teilen die Bienen ihren Kolleginnen im Stock durch eine Tanzsprache mit.

Die Arbeit der Bienen ist ein Geheimnis der Natur, das jahrtausendelang unentdeckt blieb. Vieles aus dem facettenreichen Leben der Bienen ist heute noch nicht erforscht.

Die Imkerei ist eine schöne und sinnvolle Freizeitbeschäftigung, die in und mit der Natur stattfindet. Der Mensch, der seine Honigbiene pflegt, lernt jedes Jahr aufs Neue die Wunder und Geheimnisse der Natur zu entdecken. Die Imkerei ist eine Freizeitbeschäftigung, die mit allen Sinnen erlebbar ist. Mit den Augen können wir die Wunderwelt der Bienen mit all ihren Farben und Formen erkennen. Mit den Ohren das unterschiedliche Gesumme der Bienen hören. Mit der Nase den angenehmen Duft von Wachs und Honig riechen. Mit der Zunge die Süße und Würze von Honig und Pollen schmecken. Ab und an können und müssen die Imker auch den Stich der Biene spüren.